3.2 Exkurs: Das kapitalistische Geldsystem

Der Kapitalismus pervertiert die eigentliche Rolle des Geldes als Tauschmittel, indem das Geld zur käuflichen Ware wird. Geld ist im Kapitalismus nicht Anteilsschein an der volkswirtschaftlichen Leistung, sondern Schuldschein der Masse gegenüber den Kapitaleignern. Der Zins lässt die Kapitalisten mühelose Einkommen kassieren, die von der produktiven Wirtschaft erarbeitet werden müssen. Geld ist im Kapitalismus der überlegene Faktor. Leistungslose Vermögenszwecke werden aber nicht nur aus Zins- und Zinseszins gezogen, sondern im übrigen auch aus Kapitalbeteiligung wie Fonds und Aktien (Dividenden sind indirekter Kapitalzinsen, die in der Produktionssphäre erhoben werden). Im kapitalistischen Geldsystem besteht immer auch die Möglichkeit, durch Ankurbelung der Notenpresse, Schulden auf die Allgemeinheut abzuwählen. Eine dadurch gesteigerte Geldmenge drückt den Wert des Geldes, also die Schuldenlast, was durch eine galoppierende Inflation von der großen Masse ausgeglichen werden muss. Auch hier findet eine schleichende Enteignung statt.

Der ganze Irrsinn fängt aber bereits mit der Geldschöpfung an. Im kapitalistischen Geldsystem wird das Geld über zinsbelastene Kredite künstlich versteuert (Schulden entstehen also bereits mit der Geldschöpfung) von der Notenbank über die Geschäftsbanken in den Wirtschaftswachstum eingebracht. Über die Höhe des Leitzinses versucht die Notenbank die Geldmenge zu steuern – was desöfteren misslingt. Denn der Zins ist sowohl als Geldumlaufantrieb als auch als Instrument zur Geldmengensteuerung untauglich. Hinzu kommt, dass durch die Konvertierbarkeit der Währung und die Kapitalverkehrsfreiheit Geld jederzeit einem Wirtschaftskreislauf entzogen und in einen anderen verbracht werden kann. In der Schrift „Neue Ordnung: Grundlagen des nationalen Welt- und Menschenbildes“ wird dieser Umstand beschrieben: „Alle wichtigen Währung der Welt können heute aufgrund ihrer Konvertierbarkeit (Umtauschbarkeit) beliebig von internationalen Kapital manipuliert werden. Mit der Festlegung des Dollar als internationale Leit- und Reservewährung hat die internationale Hochfinanz ein Machtinstrument in ihren Händen, mit dem sie ganze Volkswirtschaften und Staaten vernichten kann. Diese Stärke des Dollar ist ein Ergebnis des Zweiten Weltkrieges und wirtschaftlich in keiner Weise gedeckt und gerechtfertigt. Mit dem manipulierten Dollarkurs schmarotzten die USA an der Leistungskraft der Völker der Welt. Die Weltbörse sind riesige Spekulationshöhlen, wo abnorme Geldmengen verschoben und gleichzeitig tatsächliche Werte vernichtet werden. Aktiengesellschaften trennten den Geldwert eines Unternehmens von der Arbeit und teilen diesen Geldwert in verzinsbare Anteilscheine auf. An der Börse vollzieht sich der Prozess der fortschreitenden Umwandlung des Volksvermögens in Börsenwerte. Die Börse ist in erster Linie der verantwortliche Faktor für das ewige Auf und Nieder, den fortwährenden Wechsel zwischen Spekulation und Krise mit nachfolgender Erholung.

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