4. Gegenmodell: Geregelte Marktwirtschaft mit zins und inflationsfreiem, umlaufgesichertem Geldsystem

Der erste Schritt zu einem nachkapitalistischen Wirtschaftsmodell ist, dass die Politik die schrankenlose Ausdehnung wirtschaftlicher Macht ein- und begrenzt. Der Staat muss die Wirtschaft dort, wo es notwendig ist, in großem Maßstab lenken, kontrollieren und beaufsichtigen – und er hat Eingriffsrechte in das „freie Spiel der Kräfte“. Kapital ist dabei ein wirtschaftliches Hilfsmittel und kein Instrument zur Beherrschung des wirtschaftlichen und politischen Lebens; es hat eine rein dienende Funktion und muss auf seine notwendige Funktion in der Wirtschaft beschränkt werden. Das Kapital hat der produktiven Wirtschaft zu dienen und diese dem Menschen zu nutzen! Dazu muss durch eine neue Geldordnung die Überlegenheit des Kapitals über die Arbeit gebrochen werden!

Die gerechte Marktwirtschaft strebt eine gemischte Wirtschaftsordnung an, in welcher Markt- und planwirtschaftliche Elemente zu einer neuen Synthese vereinigt werden. Sie bindet den hemmungslosen Wettbewerb, das absolut freie Spiel der Kräfte, in einen gemeinschaftsdienlichen Ordnungsrahmen ein. Wettbewerb im Rahmen einer geplanten und gelenkten Wirtschaftsordnung, der die schöpferische Initiative des Unternehmers weitgehend unbehindert lässt, wird bejaht und befürwortet. Die Vorteile des Wettbewerbs mit seiner auslesenden und anspornenden Funktion, mit seinem natürlichen Spannungsverhältnis von Angebot und Nachfrage, soll aber mit den Vorteilen einer staatlichen Wirtschaft nach dem Grundsatz „Gemeinwohl geht vor Eigensinn“ und gibt die großen Ziele wirtschaftlichen Höher- und Weiterentwicklung und des technischen und industriellen Fortschrittes ist.

Eine neue Geldordnung ist das Fundament einer nachkapitalistischen Wirtschaftsordnung. Die Krisenanfälligkeit und Konjunkturschwankungen des kapitalistischen Wirtschaftssystems sind durch eine nicht manipulierbare Währung und eine optimal an den Wirtschaftskreislauf angepasste Geldmenge zu beseitigen. Das Rentabilitätsprinzip des Kapitals als Dogma der kapitalistischen Zinsideologie wird abgelöst! Wirtschaftlicher Egoismus darf sich nicht zügellos selbst entfalten, sondern muss in einen festen Rahmen zum Gesamtnutzen eingebunden werden. Das Privateigentum – auch an Produktionsmitteln – wird bejaht und befürwortet. Denn es geht gar nicht darum, wer das Eigentum an den Produktionsmitteln besitzt, sondern darum, wer die Verfügungsgewalt über sie hat!

Bestimmte Schlüsselindustrien, das Verkehrs- und Nachrichtenwesen, der Energiebereich und die Banken können aber zur Sicherstellung des Gesamtinteresses verstaatlicht bzw. staatlicher Aufsicht unterstellt werden. Doch bei aller Planung und Lenkung der Wirtschaft gibt es eine Grenze der Sozialisierung in Gestalt der Übernahme von Betrieben durch den Staat, nämlich dann, wenn eine Verbürokratisierung droht oder der dadurch bedingte Verlust an unternehmerischer Initiative zum wirtschaftlichen Rückschritt oder Stillstand führen würde.

Ein ständiger Wirtschaftsaufbau dient dem Frieden und sorgt für einen schonenden Ausgleich der Interesse (Wirtschafts- und Sozialpartnerschaft). Er weist jedem Wirtschaftszweig eine Stelle zu, die er im volkswirtschaftlichen Leben einnimmt. Ein wirtschaftlicher Selbstverwaltungaufbau macht eine staatliche Wirtschaftslenkung überhaupt erst möglich.

Eine gesunde Mischung von Klein- Mittel- und Großbetrieben ist beizubehalten bzw. wiederherzustellen. Jede Betriebsgröße hat ihre eigene spezifische Funktion für die Volkswirtschaft. Kleinbetriebe dienen der Sicherstellung der ortsnahen Versorgung. Der Mittelstand ist das Fundament der Volkswirtschaft und sorgte für die tägliche Bedarfsdeckung an allen benötigten Gütern. Aber nur Großbetriebe sind in der Lage, umfangreiche Forschungseinrichtungen und kapital- und produktionsaufwendige Vorhaben umzusetzen.

Anstelle des Gegensatzes von Arbeitsgeber und Arbeitnehmer ist die Werk- und Betriebsgemeinschaft von Unternehmen, Betriebsführern, Arbeitern und Angestellten zu setzen. Alle sind durch das Treue- und Fürsorgeprinzip miteinander verbunden. Der Betriebszweck besteht also nicht mehr in der ausschlie0lichen Maximierung des privaten Nutzens, sondern ebenso in einer sozialen Verpflichtung sowie in der Bedarfsdeckung der breiten Masse mit Alltagsgütern.

In einer nachkapitalistischen Wirtschaftsordnung muss die Freihandelsideologie Schritt und Schritt zurückgedrängt werden. Ein geschlossener Wirtschaftsraum,  Schutzzölle und staatlicher Protektionismus dienen der Sicherung des Daseins, indem die Volkswirtschaft unabhängig gemacht und vor ausländischen Konkurrenz und feindlichen Übernahmen geschützt wird. Lebenswichtige Wirtschaftszweige sind soweit wie möglich unabhängig von Einfuhren aus dem Ausland zu machen. Außerdem sorgt eine Minimierung des Verkehrsaufkommens zwischen den einzelnen Volkswirtschaften und den Wirtschaftskreisläufen innerhalb dieser für einen geringeren Verbrauch von natürlichen Rohstoffen, was wiederum die Umwelt schützt und das Verkehrsaufkommen mindert.

Eine Weltwirtschaft in der heutigen Form globalen Verdrängungs- und Vernichtungswettbewerbes muss rückgebaut werden. Am weltweiten Handel wird im Rahmen des zwischenstaatlichen Austausches der Volkswirtschaften teilgenommen. Anzustreben ist eine koordinierte europäische Großraumwirtschaft als Gegenfaktor gegen die Zwangsmaßnahmen einer internationalen Weltwirtschaft.

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