1.1 Kapitalismusdefinition des Marxismus

Durch die von Karl Marx aufgestellte Wirtschaftstheorie wurden ganzen Generationen der Einblick in die tatsächlichen Verhältnisse und Vorgänge des kapitalistischen Systems, vor allem geldpolitisch, vernebelt. Kritisieren Marxisten den Kapitalismus, dann denken sie zuallererst an Unternehmen, welche die Arbeitnehmer ausbeuten würden. Sie verschweigen hierbei jedoch, dass auch die Betriebe unter Druck stehen – nämlich hinsichtlich des Geldes. Günter Hannich beschreibt die Problematik wie folgt:

„Im Durschnitt arbeiten heute die großen Unternehmer in Deutschland mit über 80 Prozent Fremdkapital, also geliehenem Geld, die mittelständische Industrie mit über 90 Prozent und Kleinunternehmen sogar mit nahezu 99 Prozent. Für dieses gebliehene Kapital müssen Zinsen an die Geldgeber abgeführt werden. Wenn nun der Absatz stockt, dann stecken die Firmen schnell in der Klemme, da die Zinslast immer weniger zu tragen ist. Dieser Druck wird an die Arbeitnehmer in Form von Entlassungen und Lohnkürzungen bzw. Arbeitszeitverlängerungen weitergegeben. Die Unternehmer als Alleinschuldige bei der Kapitalismusdiskussion hinzustellen, greift danach viel zu kurz.“ [1]

Der Marxismus blendet die geldpolitischen Verhältnisse im Hintergrund völlig aus und verschweigt die wirkliche Abhängigkeit aller vom Geldbesitz, der über Zins und Zinseszins ein leistungsloses Einkommen bezieht – und zwar zu Lasten von Unternehmen, Arbeitern und Angestellten, also der gesamten Volkswirtschaft Der Marxismus lenkt den Blick von den wahren Kapitalisten, den Finanzkonzernen und Großbankiers mit ihren anonymen Kapitalgebern ab und schürt den unbegründeten Hass der Massen auf die unersetzbaren Leistungselemente jeder Wirtschaft, den schöpferischen und verantwortungsvollen Unternehmer (nicht zu verwechseln mit Managern, den Kettenhunden der Hochfinanz).

Die „Enteignung der Enteigner“, wie der Marxismus seinen Kampf gegen das freie Unternehmertum in eine griffige Parole gegossen hat, trifft schlicht die Falschen. Die Enteigner sind nicht Fabrikanten und Unternehmer, sondern Kapitalgeber, welche volkswirtschaftlich Produktivität über Zins und Zinseszins abschöpfen und hierdurch die Massen nach und nach tatsächlich enteignen. Auf der Jagd nach der höchsten Rendite und der größten Dividendenausschüttung pressen die Handlanger und Helfershelfer der Hochfinanz – die Manager – durch Lohndrückerei und schlechtes Arbeitsbedingungen auch noch das Letzte aus der Belegschaft eines Unternehmens heraus.

Wo der verantwortungsvolle Unternehmer durch den Manager verdrängt wird, dort allein findet die Ausbeutung tatsächlich in der Produktionssphäre statt!

Die marxistische „Mehrwerttheorie“ ist ohnehin eine glatte Verdrehung der Tatsachen und völlig wertlose Wortakrobatik. Denn nicht der Umstand, dass der Unternehmer aus der Produktivität des Unternehmens den Unternehmergewinn einbehält ist die Ursache von Ausbeutung, sondern die Tatsache, dass über Zins und Zinseszins das Kapital zu bedienen ist.

[1] Hannich, Günther: Das sollten Sie unbedingt wissen. Kapitalismuskritik und Geldsystem, in: Humanwirtschaft, Ausgabe Juli/August 2005, Nürnberg

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